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NORA13 - Official Website


"Progressiv. Einer der umkämpftesten Begriffe der letzten zehn Jahre. In der Politik will beinahe jede Partei progressiv sein - außer dezidierte Konservative und Reaktionäre. Und in der populären Musik? Dort gibt es zwar laufend Revivals, aber seit dem Aufkommen von Techno nichts mehr wirklich Neues. Der Fortschritt, die Progression, liegt wennschon in den feinen Unterschieden und Nuancierungen. Und da kommt nun eine Band vom Ritten und nennt ihre Musik Progressive Rock. Klar, der Begriff kommt aus den 70er-Jahren und bezeichnet, kurz gesprochen, Musiker-Musik. Technisch versierte Musiker in der Nachfolge von Emerson, Lake & Palmer, die mit Sounds experimentieren und „kommerziell" für ein Schimpfwort halten. „Nora 13", so heißt die Band vom Ritten, passt durchaus in diese Tradition. Gitarrist Tom Plattner und Schlagzeuger Peter Santoni, die beiden Gründer, waren bereits mit „Pegasus+" in ähnlichen Gefilden unterwegs. Und gleich zu Beginn der vor Kurzem in Umlauf gebrachten Promo-CD lassen „Nora 13" keinen Zweifel, wo ihr Herz schlägt. Mitten in den 1970er-Jahren. „Strange Thing", das erste der drei Stücke, beginnt mit einem bauchigen Gitarrenriff und einem Keyboard-Sound wie aus einer anderen Zeit. Für heutige Begriffe ein Retro-Keyboard allererster Güte, wie es sich nicht einmal die französischen Sound-Ästhetiker „Air" nicht einzusetzen getrauten. Stechend hoch mit Vibrato-Effekt, ein offenkundiger Kommentar zum Titel des Stücks. Überhaupt zieht diese im Oktober 2005 (!) gegründete Band ihr Programm voll durch. Keine Zugeständnisse an aktuelle oder Jahre zurückliegende Trends, so, als wäre die Musikgeschichte in den ausgehenden 1970er-Jahren stehengeblieben. Die Hierarchien sind klar verteilt: Die Gitarre gibt die Richtung vor, das Keyboard sorgt für Atmosphäre, das Schlagzeug geht brav mit, der Bass darf sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Und die Stimme - ein Wahnsinn: Manni, der Sänger, dürfte laut Bandfoto höchstens um die 30 Jahre alt sein. Aber er singt auf eine Weise, als habe er den seinerzeit kultivierten hippiesken Existenzialismus der heute 60-Jährigen gänzlich verinnerlicht. Eine Kombination aus staunender" Anklage, Wehklage und Zukunftsangst, verpackt in eine Rhetorik, die man im Rock eigentlich nicht mehr kennt. Erzählt wird von Büffeln, Elefanten und Menschen, die von der Macht ermordet werden („Strange Thing"), verflossenen Freundschaften („Friends") und einem selbstmordgefährdeten Säufer („The Bridge"). Dass „Nora 13" auf Rock-Veteranen-Treffen für erhebliche Aufmerksamkeit sorgen, kann man sich gut vorstellen. Wie ihre überzeugt-charmante Retro-Musik auf Jugendliche heute wirkt, das wäre ein Großexperiment wert. Vielleicht lässt sich ein Auftritt beim School's-Out-Konzert am 16. Juni einrichten."
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